Kalenderblatt
Do., 13.11.2025| 21:06| Berliner Zeitung I
Die Wahrheit ist Deutschen und Türken zumutbar: Märchen vom Marschallplan bis zu Gastarbeitern
Die DDR „holte“ keine Mosambikaner und der Marshallplan brachte keine Geschenke – Historische Legenden mit politischen Nutzen überleben zäh. Einige Exempel aus Ost und West.
Maritta Adam-Tkalec /
Der Kanzler tat es jüngst gleich mehrfach, der Außenminister ebenfalls, und der Bundespräsident hatte auch keine Scheu: das alte Märchen von den türkischen Gastarbeitern wiederkäuen, die auf dringenden Wunsch der Bundesrepublik ins Land gelockt worden seien und das deutsche Wirtschaftswunder bewirkt hätten.
In Ankara sagte Friedrich Merz kürzlich, er würdige am 64. Jahrestag des Bundesarbeitsabkommens die erfolgreichen Beiträge deutsch-türkischer Familien; ohne sie wäre das deutsche Wirtschaftswunder nicht möglich gewesen. So postete es dann auch die deutsche Botschafterin in der Türkei Sibylle Katharina Sorg. Kurz zuvor hatte Johann Wadephul der türkischen Zeitung Hürriyet gesagt, Frauen und Männer aus der Türkei hätten in Deutschland das Wirtschaftswunder möglich gemacht.
Manche nennen die Aussage eine Lüge. Das ist übertrieben, denn tatsächlich haben Hunderttausende Türken (1973 lebten 600.000 Türken in Westdeutschland) zum Bruttosozialprodukt erheblich beigetragen und die Sozialsysteme stabilisiert. Im August 1961 hatte ja der Mauerbau den bis dahin wohltuenden Zustrom von qualifizierten Arbeitskräften aus der DDR gestoppt. Wissenschaftler haben errechnet, dass ohne Zuwanderung bereits 1971 die Rentenbeiträge hätten erhöht werden müssen.
Zuwanderung von Billiglöhnern als Innovationsbremse
Die allermeisten der tüchtigen Türken erarbeiteten auch für sich selbst ein besseres Leben. Man schaue nur die schmucken Dörfer in der Türkei an, in denen ältere Türken in hübschen Häusern, errichtet mit ihrem in Deutschland verdienten, gesparten Geld und ihrer Rente, einen angenehmen Lebensabend verbringen. Das ist alles hochrespektabel, Deutschland hat zu danken – und trotzdem muss man der Propagandalegende widersprechen.
Erstens: Es gab keine Anwerbung von türkischen Arbeitskräften. In dem Abkommen vom 31. Oktober 1961, versteckt gedruckt im Bundesarbeitsblatt des Bundesarbeitsministers, kommt das Wort Anwerbung kein einziges Mal vor. Die Vereinbarung kam zustande durch den Austausch von Verbalnoten zwischen den Regierungen der Bundesrepublik und der Türkei. Das Dokument trägt den Titel „Regelung der Vermittlung türkischer Arbeitnehmer nach der Bundesrepublik Deutschland“.
Erstens: Es gab keine Anwerbung von türkischen Arbeitskräften. In dem Abkommen vom 31. Oktober 1961, versteckt gedruckt im Bundesarbeitsblatt des Bundesarbeitsministers, kommt das Wort Anwerbung kein einziges Mal vor. Die Vereinbarung kam zustande durch den Austausch von Verbalnoten zwischen den Regierungen der Bundesrepublik und der Türkei. Das Dokument trägt den Titel „Regelung der Vermittlung türkischer Arbeitnehmer nach der Bundesrepublik Deutschland“.
Man wollte das Geschäft wilder Vermittlungsbüros unter Kontrolle bringen und machte mit der türkischen Regierung einen Deal: Ihr nähert euch dem Westen an, tretet der Nato bei, werdet so Teil des Ostwalls gegen die Sowjetunion – im Gegenzug helfen wir euch bei der Stabilisierung im Innern, indem wir die enorme Arbeitslosigkeit mildern. So ähnlich wurde auch mit Italien, Griechenland und Spanien verfahren.
Zweitens: Das Wirtschaftswunder war bereits in vollem Gange, als die Arbeitskräfte nach Deutschland kamen. Überwiegend gering qualifiziert, erledigten sie einfache Arbeiten. Das war bequem, hemmte aber die Innovationsfreude: Solange genügend preiswerte Arbeiter zur Verfügung standen, wurden strukturschwache Bereiche der Wirtschaft langsamer modernisiert, geschrumpft oder geschlossen. Die Arbeitsproduktivität in der Bundesrepublik fiel im Vergleich zu den USA zurück.
Zugleich ermöglichte diese Zuwanderung zwischen 1960 und 1970 ca. 2,3 Millionen Deutschen den sozialen Aufstieg von Arbeiter- in Angestelltenpositionen. Das besserte die Stimmung und die Lage in den westdeutschen Landen. Schon damals fing offensichtlich an, was sich heute so fatal auswirkt: Statt innovativ das wirtschaftlich, langfristig Sinnvolle zu tun, überlagert politisches Kalkül das klare Denken und führt immer weder zu strategischen Fehlleistungen.
Kein Geldsegen vom Ami: Marshallplan als Kreditkonstrukt
Drittens: Als einzige plausible Erklärung für das hartnäckige Wiederholen faktenwidriger Narrative kann ins Feld geführt werden: Die Migranten aus all den Ländern, die Menschen, die Familien, die Kinder – sind nicht verantwortlich zu machen für die politischen Deals ihrer Regierungen im Kalten Krieg. Ihnen gebührt Respekt. Doch auch ihnen ist die Wahrheit zumutbar.
Das ist bei weitem nicht die einzige gesellschaftliche Erzählung, die so lange wiederholt wird, bis sie niemand mehr anzweifelt oder anzuzweifeln wagt und sich als (Schein-) Wahrheit etabliert. Ein Beispiel aus dem Westen ist die Mär vom Marshallplan als Geldsegen vom Ami.
Tatsächlich handelte es sich um straff reglementierte Kredite: Mit dem Geld mussten amerikanische Waren, vor allem lebenswichtige Dinge wie Nahrungsmittel und Medikamente, gekauft werden. Die Einnahmen durch den Verkauf auf den Märkten der 16 teilnehmenden Länder flossen in einen Fonds, der wiederum Kredite für Investitionen in Infrastruktur möglich machte. Zunächst für konsumtive Zwecke eingespeistes Geld wurde produktiv. Die ursprüngliche Marshallplan-Summe musste getilgt werden, Westdeutschland zahlte von den erhaltenen 1,4 Milliarden US-Dollar eine Milliarde zurück, der Rest wurde erlassen.
Eine weitere zentrale Regel des Plans betraf den Zwang zur Zusammenarbeit unter den beteiligten europäischen Ländern. Der im Falle Westdeutschlands unter den Sonderbedingungen nichtsouveränen Agierens erreichte Effekt trat ein: Die US-amerikanische Exportwirtschaft boomte, Europa war als Exportmarkt für die USA gesichert. Die Bevölkerung der teilnehmenden Länder bekam, was sie in der Nachkriegsnot brauchte. Der Wiederaufbau kam in Gang. Der Westen stabilisierte sich gegen den entstehenden Ostblock – was hatten sich die Amerikaner vor den in Italien und Frankreich starken Kommunisten gefürchtet. Überall, wo Marshallplangeld drin war, musste es auch draufstehen, bis jeder intus hatte: Die Amerikaner helfen.
In der jüngeren Vergangenheit geistern viele Legenden aus der DDR im Historienwald herum. Eine ist die vom eingesperrten Volk. Die Fakten: Kein Volk war so intensiv touristisch unterwegs wie das zwischen Rügen und dem Vogtland: Etwa 80 Prozent der DDR-Bürger über 14 Jahren verreisten im Jahr 1989 mindestens einmal für mindestens fünf Tage, deutlich mehr als Bundesbürger. Man durfte allerdings nicht in den goldenen Westen. Obwohl: In den letzten Jahren der DDR stimmte auch das nicht: Sechs Millionen Reisen von DDR-Bürgern in die BRD wurden 1988 registriert. Sechs Millionen! Die DDR hatte 17 Millionen Einwohner.
Ein herausragendes Beispiel für mutwillige, politisch motivierte Geschichtsverzerrung bieten die Arbeitskräfteabkommen, die die DDR (viel später als die Bundesrepublik) schloss: mit Vietnam, Kuba, Angola und – vor allem Mosambik. Die gängige Erzählung lautet: Die DDR wollte dringend benötigte Arbeitskräfte. Das ist allerdings nur der kleinere Teil der Geschichte.
Wie kam das Abkommen zustande? Mosambik setzte sich nach der Unabhängigkeit im Juni 1975 zum Ziel, eine eigene Industrie aufzubauen – quasi aus dem Nichts. Es fehlte aber nicht nur an Fabriken – es gab auch keine Arbeiterschaft, also Menschen mit Basiswissen, die täglich zu festen Arbeitszeiten, auch in Schichten, klar geregelten Arbeitsabläufen zu folgen gewohnt waren. Die einzigen Erfahrungen brachten Wanderarbeiter aus südafrikanischen Minen mit, wo sie in elenden Verhältnissen schufteten. Die Analphabetenrate lag bei sage und schreibe 95 Prozent.
Heute lautet eine Kritik am Umgang mit den Mosambikanern: Sie hätten gar keine richtige Berufsausbildung bekommen. Ein (böswilliges?) Missverstehen der Gegebenheiten. Trotz der geringen Ausgangsbildung schafften es viele schlaue, fleißige, talentierte, aufstiegswillige Mosambikaner zu echten Facharbeiterabschlüssen.
Derweil überzog Südafrika, flankiert vom freiheitlich-demokratischen Westen, Mosambik mit Krieg, rüstete und stützte die Rebellenorganisation Renamo – an gedeihliche Entwicklung, den Aufbau einer eigenen Industrie war in Mosambik bald nicht mehr zu denken. Die Grundlagen der Abmachungen mit der DDR gerieten ins Wanken – die Folgen sind bekannt: Mosambik konnte seine Schulden nicht bezahlen.
Die DDR, selbst schwer an Devisenmangel leidend, nahm hin, dass einbehaltene Gehaltsteile der jungen Leute, die später bei Heimkehr ausgezahlt werden sollten, von der Regierung Mosambiks zur Schuldenzahlung umfunktioniert wurden. Und die Heimkehrer fanden die erhofften Industriejobs nicht vor. Eine dämonische Kausalkette, hinter der die solidarische Grundhaltung beim Abschluss der Verträge verschwand. Seit Jahren nutzen die immer gleichen Leute die Lüge von der miserablen Behandlung der mosambikanischen Kolleginnen und Kollegen aus einem einzigen Grund: der DDR Rassismus vorzuwerfen.
Neuer Umbruch – besser ohne Märchen
Die Migration der 50er- und 60er-Jahre in die Bundesrepublik endete mit der „Modernisierungskrise von 1974/75“, ihr Auslöser lag in der Ölkrise von 1973. Ein umfassender Strukturwandel setzte ein – begleitet von sinkendem Wachstum, steigender Inflation, Massenarbeitslosigkeit, gesellschaftlicher Unruhe, RAF-Terror. Zugleich zeigten sich Ergebnisse der Brandtschen Entspannungs- und Demokratisierungspolitik.
Der Strukturwandel führte zur Abwanderung von Schwerindustrie und Massenproduktion in Billiglohnländer. Technikeinsatz in der Landwirtschaft reduzierte die Zahl der Beschäftigten, in der Industrie erwies sich Ingenieurswissen als Weg zu konkurrenzfähigen Spitzenprodukten als erfolgreich, der Dienstleistungssektor wuchs. Kanzler Helmut Schmidt setzte auf Haushaltsdisziplin bei gleichzeitiger Investitionsförderung, die zunehmende Kooperation in Europa eröffnete neue Möglichkeiten.
Gegenwärtig steckt Deutschland in einer Modernisierungskrise, die um ein Vielfaches komplexer ist als die damalige. Ohne sich von lieb gewordenen Legenden zu verabschieden, den alten und neuen Wahrheiten ins Auge zu blicken, wird sich der Ausweg schwerlich finden.
Mi., 05.09.2024| 13:13| taz I
In Deutschland verrückt gemacht
Jeden Woche demonstrieren in Mosambiks Hauptstadt ehemalige DDR-VertragsarbeiterInnen. Sie sehen auch die Bundesrepublik in der Verantwortung.
https://taz.de/Ehemalige-DDR VertragsarbeiterInnen/!6031344/
Maputo taz | Jetzt war eine Deutsche bei unserer Demo“, sagt Jommne, „jetzt kommt unser Geld morgen!“, und lacht. Es bleibt unklar, ob es Humor oder Zynismus ist, in jedem Fall wissen wir beide, ganz sicher ist es nicht die Wahrheit.....
So., 04.08.2024| 06:13| Berliner Zeitung Nr. 184 I Open Source Initiative des Berliner Verlages
DDR-Vertragsarbeiter: Doch, es gab Vorurteile, Härten und Rassismus!
Wie ging die DDR mit den Arbeitern aus Vietnam, Mosambik und Angola um? Wer kämpfte nach der Wende für sie? Eine Zeitzeugin meldet sich in der Debatte zu Wort.
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Berliner Zeitung, Nr. 184, Freitag, 09. August 2024 – Seite 19 - open source Artikel
Wie wurden Vertragsarbeiter in der DDR behandelt? Wer kämpfte nach der Wende für sie? Eine Zeitzeugin berichtet und korrigiert
GABRIELE LUBANDA
Lubanda Rassismus DDR.pdf
PDF-Dokument [216.6 KB]
Ein seit langem von Schäuble, Steinmeier, dem Auswärtigen Amt und den Ampel-Parteien ignoriertes Unrecht muss Wiedergutmachung - reparation - reparação - erfahren!
Fr., 03.05.2024| 06:03| Berliner Zeitung I Open Source Initiative des Berliner Verlages
Schluss mit DDR-Nostalgie! Das erfahrene Unrecht der Vertragsarbeiter muss anerkannt werden
Unsere Autoren vermissen Empathie und Verantwortung, wenn es um das Schicksal der DDR-Vertragsarbeiter geht. Anhand von vier Beispielen zeigen sie, wo es hapert.
Es wird Zeit an die Gast- und Fremdarbeiter zu erinnern, welche die alte Bundesrepublik Deutschland mitaufgebaut haben; aber auch an diejenigen, die als ausländische Arbeitskräfte ins Land der DDR versandt wurden, um die fehlenden, oft auch nach Westdeutschland Ausgereisten zu ersetzen und Staatsschulden zu tilgen. Ihre Lebensleistung gehört genauso gewürdigt wie die Lebensleistung der Ostler, die als verbliebener Rest nicht das Licht ausmachten, sondern die Vereinigung der beiden deutschen Staaten mit ihrer friedlichen Revolution im November 1989 bewirkten. Die meisten erlebten Arbeitslosigkeit, Gentrifizierung, Abwicklung und Abwertung ihrer Berufsabschlüsse sowie die Führung ihrer Universitäten, Verwaltungen, Betriebe, Einrichtungen durch Ortsfremde aus dem Westen.
Mo., 01.04.2024| 06:03| Berliner Zeitung + I
Zwang die DDR schwangere Mosambikanerinnen zur Heimkehr? Ein Faktencheck
Isolation, Zwangsabtreibungen, Elendswohnheime: Nach der Wende bestimmten Zerrbilder die Berichte über Vertragsarbeiter. Was ein genauerer Blick auf Fakten ergibt.
Haus der Kulturen der Welt
Do., 14.03.2024| 06:01| Berliner Zeitung |Das Haus der Kulturen der Welt I Ausstellung „Echos der Bruderländer“ die Lebensrealität von Migranten in der DDR
HKW: Aktuelle Ausstellung zeigt die DDR-Geschichte mal wieder negativ und falsch
Das Haus der Kulturen der Welt will mit seiner Ausstellung „Echos der Bruderländer“ die Lebensrealität von Migranten in der DDR abbilden. Ein Autor übt Kritik.
Eine Ausstellung und Recherche im Haus der Kulturen der Welt
Fr., 01.03.2024| bis 20.05.2024| Eine Ausstellung zu ausländischen Arbeitnehmern in der DDR
Echos der Bruderländer
Was ist der Preis der Erinnerung und wie hoch sind die Kosten der Amnesie Oder: Visionen und Illusionen antiimperialistischer Solidarität
https://www.hkw.de/programme/echos-der-bruderlaender
Blicke von Migrant:innen auf ihr Leben in der DDR.
Do., 22.06.2023| 20:00| Berliner Zeitung | Eine Online-Ausstellung des De-Zentralbild-Archivs.
Eröffnungsveranstaltung war im Roten Salon in der Volksbühne:
Ostler of Color öffnen ihre Fotoalben und erzählen vom DDR-Alltag
Aus der Graswurzelperspektive: Die Online-Ausstellung des
De-Zentralbild-Archivs erlaubt über Privatfotos eine Annäherung an
Migrationsgeschichten aus der DDR.
eine interessante Quelle: über In- und Ausländer, Migrantinnen und Migranten in der DDR
Ausländerdokumente für die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
Mo., 27.02.2022 | 15:00| Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
Dokumente aus dieser Webseite an das Archiv der Robert-Havemann-Gesellschaft übergeben
5. Mai 1990, letzter Ausdruck des AZR - Ausländerzentralregister der DDR
Die im weiteren gezeigten Auszüge aus dem AZR der DDR mit Zahlen sind mit Vorsicht und im hstorischen Kontext zu betrachten.
Arbeitsmarktprognose
So 28.08.2022 | 17:58| SPIEGEL Wirtschaft
Studie warnt vor massivem Arbeitskräftemangel in Deutschland
Das Mindeste wäre ein Bleiberecht
Do 06.08.1992 | Bonn| Deutscher Bundestag
"Immer wieder muss man die regierenden, unter Adenauer, Kohl, Strauß und Schäuble sozialisierten GRÜNEN im Zusammenhang mit dem heutigen Arbeitskräftemangel daran erinnern, dass es 90.000 ausländische Arbeitskräfte im Osten gab, die abgeschoben wurden. Sie hatten prominete Fürsprecher. Übergangene ostdeutsche Befindlichkeit wird auf Rostock Lütten Klein und das Sonnenblumenhaus reduziert und anderes Unrecht bis heute nicht gesühnt."(Kommentar Rainer Wendt)
Die Bundestagsabgeordneten Konrad Weiß (Berlin) und Werner Schulz (Berlin) aus der damaligen Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatten am 4.Juni 1992 einen entsprechenden Antrag zum dauerhaften Aufenthalt von Vertragsarbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unter der Drucksache 12/2778 gestellt.
Generation „Solibabys“
Do 04.12.2019 | 19:30 | zdf auslandsjournal extra
Nicht ohne meine Tochter
von Melanie Haack
zdf-Ankündigung: "In den 80er Jahren kamen rund 20.000 mosambikanische Gast-arbeiter in die DDR. Nach dem Mauerfall wurden rund 17.000 nach Mosambik abgeschoben. Geblieben sind geschätzt 2000 Kinder mosambikanischer Väter und deutscher Mütter. Nun suchen sie ihre Väter."
https://www.zdf.de/politik/auslandsjournal/familiensuche-in-mosambik-100.html
Warum wurden sie nicht gleich nach der Wende oder danach gesucht, die Väter der "Solibabys"? Das fiel den ostdeutschen Müttern nicht leicht und umgekehrt den Vätern auch nicht. Gleich nach der Wende wäre es leichter gewesen, aber da waren die Prioritäten andere. Die Kinder aber wollen es nach 30 Jahren wissen und gehen anders, offener mit dieser Suche um. Manches braucht Zeit. Fatima macht privat, was das Auswärtige Amt seit Jahren abgehoben hintertreibt, in dem die Genscher-Doktrien gilt (Kein vernetzter und kenntnisreicher DDR-Diplomat wird übernommen). Das SPDgeführte AA stellte wegen einer skandalösen österreichischen Geschäftsführerin von Gnaden des Goethe-Instituts und der GIZ* 2016 die finanzielle Unterstützung des ICMA in Maputo ein. Somit konnte und kann dieser mosambikanische Verein der "Madgermanes" familiäre Zusammenführungen nicht mehr organisieren.
Jeder Ostdeutsche musste seine rentenrechtlichen Angelegenheiten bis Ende der 90er Jahre klären, denn danach wurden die Personalakten der VEB und Kombinate zerschreddert, wenn sie nicht schon vorher verschwunden waren. Nur in diesen Aufzeichnungen hätte man bis dahin auch die Namen der Väter finden können.
Seit 2011 gibt es diese Webseite "Auslaender-in-der-DDR.com" auf der sich das ZDFteam hätte über die Verträge informieren können. Es gibt das BMAS, das auch etwas zu der rechtlichen Situation sagen kann. Und es gibt bzw. gab bei Bündnis90/den Grünen sowie bei den Ausländerbeauftragten in den Bundesländern Zeitzeugen, die etwas zu Herrn Dr. Wolfgang Schäuble sagen können und zu seiner damals "DDR-Ausländer"-feindlichen Rolle als deutscher Innenminister. "Nur wer Arbeit hat, darf bleiben", alle andern raus, 300 DM und Flugticket! Bei den "eigenen" westdeutschen, pejorativ "Fremdarbeiter" genannten Ausländern nahm er es nicht so genau. Die durften sich Familienangehörige (auch Bräute) aus Anatolien, dem Libanon und aller Welt holen.
Fatima leistet Großartiges auf eigene Kosten und privat. Das ist toll. Aber das ZDF hat schlecht recherchiert und betreibt Meinungsmache mit Tränendrüsen. Es blendet die ökonomische Zerstörung der Beschäftigungsverhältnisse und die vom Westen aufgezwungene Ausländerpolitik in Ostdeutschland völlig aus. Es diskreditiert die Lebensleistung der In- wie Ausländer, die im Bereich der Ausländerbeschäftigung im Osten tätig waren.
Nicht nur die Ausländer"behandlung" trennen Ost und West sondern auch deren
Rentenbewilligung. Klar hat die Mosambikanische Regierung unter Samora Machel die Beiträge kassiert ohne sie an die Berechtigten auszuzahlen, welche die Schulden ihres Landes in der DDR abarbeiten mussten. Die Westdeutschen sagen: Die haben aber nichts eingezahlt, also haben sie auch keinen Anspruch. Haben das denn die Russland-Deutschen, die Fremdrentenbezieher? Nein dafür zahlt die deutsche Regierung Renten aus unsern Steuern und zwar aus politischen Gründen, genauso wie sie den bald ausgestorbenen Madgermanes, den Angolanern u.a. Minirenten verweigert.
Meinungskommentar von Rainer H.H. Wendt
*Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gehört zum Geschäftsbereich des BMZ
Familienzusammenführung in Mosambik und Deutschland
Hier organisiert Fatima Woznica von Reencontro Familar die Familienzusammen-führung in Mosambik und Deutschland mit einem Netzwerk. Das ist aufwendig und kostet Geld, weshalb sie auf Spenden angewiesen sind. Und wenn man es recht besieht setzen Fatima und ihre Mitstreiterinnen das fort, was wir hier mit unserer Webseite hinterlassen haben.
Do 21.11.2019 | 19:30 | Brandenburg aktuell
DDR-GeschichteGeneration „Solibabys“
In den 1980ern kamen rund 15.000 Menschen aus Mosambik als Vertragsarbeiter in die DDR. Einige von ihnen pflegten Beziehungen mit deutschen Frauen. Schätzungsweise 1.500 Kinder wurden geboren. Doch nach der Wende mussten die Väter zurück nach Mosambik. Die Kinder blieben in Deutschland. Eine von ihnen ist Frances Kutscher aus Cottbus. Sie suchte jahrelang nach ihrem Vater und gründete den Verein "Solibabys". Beitrag von Mara Nolte und Annika Klügel
RESPEKT UND ANERKENNUNG
Internationale Tagung zu Mosambik und Deutschland mit dem Schwerpunkt
Vertragsarbeit und Experten anlässlich des 40. Jahrestages des Staatsvertrages
zwischen der VR Mosambik mit der DDR
22. – 24. Februar 2019 in Magdeburg
Lebendige Erinnerungen und ein schwieriges Erbe prägen einen wichtigen Teil der Beziehungen zwischen Deutschland und Mosambik. Vor vierzig Jahren schlossen die VR Mosambik und die DDR einen
Staatsvertrag. Dieser beeinflusste die Lebenswege von über 22.000 Vertragsarbeiter*innen und mehreren Tausend Expert*innen. Beide Gruppen gerieten auf je eigene Weise in die Mühlen des Kalten
Krieges. Bei der deutschen Wiedervereinigung konnten viele Belange nicht zufriedenstellend gelöst
werden. Besonders die Vertragsarbeiter*innen erfuhren wenig Anerkennung und Respektierung ihrer Leistungen. Auch wurden Gelder durch staatliche Stellen vorenthalten. Wichtige Fragen sind weiterhin
nicht geklärt.
Mit Hilfe von Zeitzeug*innen, Betroffenen und anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse wird die Tagung nach Wegen von Respekt und Recht suchen
und den Austausch mit Behörden einfordern. Kunst und Musik helfen dabei die Erinnerung zu schärfen und das Leben zu feiern.
Auf ihr Kommen freut sich das Vorbereitungsteam:
Adelino Massuvira João, Suhl
Dr. Hans-Joachim Döring, Magdeburg
Almuth Berger, Berlin
Virgilio Uamusse, Burbach
Ibraimo Alberto, Berlin
Victor Faustino, Erfurt
Annette Berger, Magdeburg
Julia Oelkers, Berlin
Das gesamte Programm und weitere Information
zur Tagung unter:
www.oekumenezentrum-ekm.de/entwicklung-umwelt/Mosambik-Tagung-2019
Änderungen am Programm und an den Gästen vorbehalten.
Faltblatt Mos-Tagung 2019 Anerkennung un[...]
PDF-Dokument [364.7 KB]
15.09.2016 2915 Autorin Ann-Judith Rabenschlag im bpb Deutschlandarchiv, Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE
Offiziell waren die "ausländischen Werktätigen", die ab den 1960er Jahren in die DDR kamen, "Freunde", die eine Ausbildung erhielten, um anschließend beim Aufbau ihrer Heimat, den sozialistischen Bruderländern, zu helfen. Die Wirklichkeit sah jedoch oft anders aus. Ann-Judith Rabenschlag über Anspruch und Wirklichkeit im Leben der "Gastarbeiter" in der DDR.
Ausbildung von zwei Mosambikanern im Schweriner Lederwarenwerk, 1988 (© Bundesarchiv, Bild 183-1988-1011-011, Foto: Ralf Pätzold)
am 16. November 2915 zeigte die ARD um 23:30 Uhr die Doku
HONECKERS GASTARBEITER
Der spät abends ausgestrahlte Film erweckte einmal mehr die Erinnerung an die Zeit Anfang der 90er Jahre in Deutschland. Der Film erhellte die Geschichte und liess die Zeitzeugen wie Almuth Berger, Tamara Hentschel u.a. zu Wort kommen. Was vom Film bleibt, ist - angesichts der vielen Flüchtlinge - die Erkenntnis, dass der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, die Kohlregierung und die Mehrheitsparteien im Bundestag die Chance vertan hatten, es im geeinten Deutschland besser zu machen, ein modernes Asyl- und Einwanderungsrecht zu schaffen, wie es die Bürgerbewegungen gefordert hatten. Chancen gab es auch in den Folgejahren, als man sich der alternden Bevölkerung bewusst wurde, die europäischen Grenzen öffnete und allmählich Zuzug von Spitzenfachkräften gestattete. Aber gleichzeitig beauftragte Wolfgang Schäuble (von 1998 bis 1991 Bundesinnen-minister) fernab von der Wahrnehmung der Bevölkerung ein technisch und personell rückständiges Bundesamt (BAMF), den Spruch "Deutschland ist kein Einwanderungsland" zu verwalten, um den Zuzug von Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten zu filtern. Das ging nicht auf, wie man 2015 und 2016 erleben konnte. Wer heute von "Krise" spricht, sollte hier beginnen, nach den Ursachen zu suchen. Er wird auch Vorschläge und Lösungsansätze finden. Sie sind so aktuell wie lange nicht mehr.
Entwurf für Deutschlands erstes Einwanderungsgesetz steht
Das meldete am 20.12.2018 der Nachrichtensender ntv
am 4. September 2013 meldete dpa
Vietnamesische Pfleger freuen sich auf ihren Einsatz in Deutschland
In Vietnam bereiten sich Pflegekräfte bei deutschen Sprachkursen auf ihren Einsatz in Deutschland vor, um dann eine zweijährige Ausbildung an ihrem Einsatzort zu absolvieren. Schließen sie diese erfolgreich ab, dürfen sie für weitere drei Jahre in Deutschland arbeiten. Dann können sie entscheiden, ob sie in ihr Heimatland zurückkehren oder länger bleiben möchten.
hier der Wortlaut der Meldung aus der Sächsischen Zeitung SZ online =>
meldete am 21.03.2012 dapd
Hoffnung für DDR-Heimkinder - 40 Millionen-Fonds aufgelegt
hier auf dieser Seite die dapd Meldung vom 21.03.2012 im Wortlaut =>
Zählen die Kinder aus Namibia auch dazu, die in Bellin bei Krakow am See (Meck/Pomm) und in Staßfurt (Sachsen-Anhalt) in DDR-Heimen untergebracht waren?
Über keine anderen Heimkinder in der DDR ist in den Medien mehr berichtet worden als über die Waisenkinder aus Namibia. Hier dürfte es keine Aufzeichnungslücken geben. Weitere Informationen dazu => http://www.fonds-heimerziehung.de
http://www.landesbeauftragter.de/beratung/ddr-heimerziehung/
Erstmals gesteuerte Zuwanderungspolitik in Deutschland
Das meldete am 7.12.2011 das Bundeswirtschaftsministerium
Siehe dazu unter: neuer EU-Aufenthaltstitel, "Blaue Karte EU"
Für Fachkräfte ergaben sich seither Chancen für einen Arbeitsplatz oder die Niederlassung als Unternehmerin oder Unternehmer mit einer eigenen Firma, so man für die Übergangszeit über genügend eigenes Geld verfügt. Informationen dazu gibt es unter dem Titel:
https://www.make-it-in-germany.com/de/
Über kein anderes Verfahren als das obengenannte ist ein Aufenthalt in Deutschland möglich, um hier eine Anstellung zu finden.
Asylanträge zwecks Arbeitssuche oder Arbeitsaufnahme werden grundsätzlich abgelehnt und führen nicht zu einem Aufenthalt.Sie führen zu Leid und Verarmung, was im Herkunftsland durch die Familie noch abwendbar wäre. Aber die Schlepper nehmen einem noch das letzte Geld auf einem lebensgefährlichen Weg, an dessen Ende die Zurückweisung ins Heimatland steht.
Familienzusammenführung, Heirat oder elterliche Sorge für ein deutsches Kind sind zeitlich begrenzt, mit Verpflichtungen verbunden und müssen vom Herkunftsland aus in Deutschland beantragt werden. Sie sind langwierig, kostspielig und selten. Und man muss Deutsch sprechen und das hier lesen können.